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Michaela Illmer

„Der Wissenstransfer von der Forschung in die Wirtschaft birgt viele Chancen, erfordert aber auch viel Vermittlungsarbeit“

Michaela Illmer gründete mit 29 Jahren im Herbst 2008 mit zwei Partnern in Oldenburg die nevis Innovations- und Technologieberatung / An der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Wissenschaft bringt sie Unternehmen und Forschung zusammen und fördert den Wissenstransfer von der Uni ins Business.

 

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„Die berufliche Selbstständigkeit war für mich schon als Kind verlockend“, erzählt Michaela Illmer, denn bei ihrem Vater, der Inhaber einer kleinen Spedition ist, konnte sie sehen, welche Gestaltungsmöglichkeiten das eigene Unternehmen mit sich bringt. Als die 29-Jährige im Herbst 2008 zusammen mit zwei Partnern mit ihrem eigenen Beratungsgeschäft in Oldenburg an den Start geht, hat sie bereits zwei Jahre lang Erfahrungen als Consultant gesammelt und ist in der Business-Welt heimisch geworden. Das Gründungsmodell – eine Kombination aus Team- und Ausgründung – bietet der nevis Innovations- und Technologieberatung optimale Startvoraussetzungen, da die Gesellschafter bestens vernetzt sind und bereits über einen Kundenstamm verfügen, der die Anlaufphase erleichtert.

Was eine Unternehmerin braucht: Mut und Neugier
Neues entdecken und den eigenen Horizont erweitern – für Michaela Illmer waren dies schon immer wichtige Antriebsmotive. So zog es die gebürtige Spreewälderin nach dem Schulabschluss zunächst einmal als Aupair ins Ausland. Zurück in Deutschland, studiert sie an der Universität Oldenburg Betriebswirtschaft. Über ihre Diplomarbeit zum Thema „Wissensbilanzen“ landet sie bei der regio gmbh, die ihr prompt eine Stelle anbietet. Das Institut für Regionalentwicklung und Informationssysteme in Oldenburg unterstützt Firmen in Niedersachsen in Entwicklungsfragen und fördert den Technologietransfer von den Hochschulen ins Business. Darüber hinaus arbeitet Michaela Illmer im EU-Büro der Universität Oldenburg, das Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der Suche nach Fördermitteln betreut.

Diese Tätigkeiten an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, zwischen Forschungsgeist und Verwertungsdenken, sensibilisieren die Beraterin, die selbst frisch von der Uni kommt, schnell für die Fallstricke, in denen sich vor allem junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die noch wenig Praxisluft geschnuppert haben, leicht verheddern. „Der Technologietransfer von den Unis in die Unternehmen erfordert sehr viel Vermittlungsarbeit, und man muss hohe Hemmschwellen überwinden, denn es ist notwendig, Forscherdrang und wirtschaftliche Erfordernisse in Einklang zu bringen“, erzählt Michaela Illmer.

Die damals 27-Jährige bewältigt den Sprung vom Hörsaal in die Praxis mit viel Engagement recht leicht: „Ich habe mich von meinen Kollegen zu Beratungsgesprächen in Unternehmen mitnehmen lassen und bin so rasch in die Rolle der Beraterin hineingewachsen.“ Als junge Uni-Absolventin verschafft sie sich die Anerkennung ihrer meist männlichen und deutlich älteren Gesprächspartner durch ihr Fachwissen. „Ich bin damals ins kalte Wasser geworfen worden. Da hilft nur: Augen zu und durch“, sagt sie lachend über ihren Einstieg ins Beratungsgeschäft.

Der Erfolg weckt den Wunsch nach mehr
Michaela Illmer und ihre beiden Kollegen bringen Forscherinnen und Forscher und Unternehmen zusammen, um konkrete Aufgabenstellungen zu lösen. „Wir unterstützen Firmen bei der Optimierung ihrer Geschäftsprozesse und Logistik, beraten sie in Strategiefragen und vermitteln ihnen ausgesuchte Expertinnen und Experten, die sie bei der Lösung von Forschungsaufgaben unterstützen“, sagt die Beraterin. Das Thema Nanotechnologie gewinnt hier immer mehr an Bedeutung. So brachte das Team beispielsweise einen Betrieb für Schweinemast und einen Kaffeeröster, die beide nach neuen Lösungen in Sachen Ablufttechnologie suchten, mit einem Chemiker zusammen, der eine passgenaue Methode entwickelte, dank derer beide Firmen ihrem Geruchsproblem durch den Einsatz von Nanopartikeln Herr werden konnten. In der Anbahnung von Kooperationen wie dieser erwiesen sich die drei Berater über zwei Jahre im Team als so geschickt, dass schließlich die Idee reifte, gemeinsam ein eigenes Beratungsunternehmen zu gründen, das den bisherigen Aktionsradius deutlich erweitert.

„Nanotechnologie als Zukunftsbranche birgt zahlreiche innovative und nicht zuletzt auch lukrative Anwendungsfelder in der Wirtschaft. Vielen hervorragenden Wissenschaftlerinnen fehlt jedoch das Know-how, um die Ergebnisse ihrer Forschung zu vermarkten. Mit unseren innovativen Nano-Entrepreneurship-Academien (NEnA) wollen wir diese Lücke schließen und junge Forscherinnen in exklusiven Trainings und Coaching darauf vorbereiten, den Brückenschlag zwischen Labor, Forschung, Wissenschaftsbetrieb und der Industrie zu wagen und hier mit ihren innovativen Forschungsideen durchaus auch unternehmerisch tätig zu werden“, so Prof. Dr. Ralf B. Wehrspohn, NEnA-Projektleiter und Leiter des Fraunhofer Instituts für Werkstoffmechanik in Halle.

Teamgründung ermöglicht gebündelte Expertise
Michaela Illmer und ihre beiden Kollegen entscheiden sich für eine Teamgründung, da sie so die gesamte im Beratungsprozess erforderliche Expertise abdecken können. „Ich bin vor allem für Finanzfragen und Controlling zuständig“, erzählt die 29-Jährige. Mitgründer Dr. Rainer Henking kümmert sich als Physiker vor allem um technologische Aspekte und strategische Belange, und Betriebswirt Frank Hinrichs deckt betriebswirtschaftliche Fragestellungen ab. „Dank der klaren Aufgabenteilung weiß jeder, was er zu tun hat. Der Vorteil einer Teamgründung liegt vor allem darin, dass wir unsere gemeinsamen Entscheidungen aus verschiedenen Blickwinkeln vorbereiten können. Und im Umgang mit Kunden tritt man natürlich wesentlich souveräner auf, wenn man weiß, dass man nicht als Einzelkämpferin agiert, sondern die Unterstützung von zwei kompetenten Kollegen hat“, erklärt Michaela Illmer. Ein Rückhalt, der ihrer Erfahrung nach auch für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehr wichtig ist: „Viele Forscherinnen und Forscher haben Angst, dass sie von Firmen ausgenutzt werden, und das bisweilen nicht zu unrecht, denn wenn Entwicklungsleistungen und die Frage der Patente nicht klar geregelt sind, kommt es leicht zu Problemen, sobald Forschungsergebnisse vorliegen und gewinnbringend vermarktet werden.“

„Bei unseren Nano-Entrepreneurship-Academien stehen unter anderem Themen wie der Schutz innovativer Forschungsideen und die Patentsicherung im globalen Markt auf der Agenda. Dieses Hintergrundwissen sowie die Vermittlung des nötigen betriebswirtschaftlichen Fachwissens, um Geschäftsideen am Markt zu positionieren, helfen den NEnA-Teilnehmerinnen, ihre wissenschaftliche Expertise auch am Markt zu platzieren“, erklärt NEnA-Koordinatorin Ilka Bickmann.

Der Vorteil einer Ausgründung: Kunden vom ersten Tag an
Vom bisherigen Arbeitgeber, der regio gmbh, übenehmen die drei Gründer das Feld der Technologieberatung vollständig mit allen Rechten und Pflichten. „Der große Vorteil ist nicht nur, dass wir auf diese Weise bereits vom ersten Tag der Unternehmensgründung an Kunden haben, sondern auch, dass wir unsere bestehenden Netzwerkkontakte ohne Interessenkonflikte nutzen können“, erklärt Michaela Illmer.

Zum Beratungsportfolio der neuen nevis Innovations- und Technologieberatung gehören Kosten- und Prozessoptimierungen, die Begleitung von Produkteinführungen, die Entwicklung von Vermarktungskonzepten und die Unterstützung bei der Entwicklung von Innovationen. Während die drei Berater bisher vor allem mit regionalen Wirtschaftsförderungen und Hochschulen zusammenarbeiteten und vor diesem Hintergrund Kooperationen mit Unternehmen anbahnten, sieht das neue Geschäftsmodell vor, die direkte Ansprache von Unternehmenskunden zu verstärken. „Die Nachfrage nach beratenden Dienstleistungen ist enorm, und dies war für uns einer der Gründe, uns mit einem erweiterten Geschäftskonzept selbstständig zu machen“, sagt Michaela Illmer selbstbewusst.

„Die Gründung in Form eines Spin-Offs hat für Nano-Wissenschaftlerinnen den Vorteil, dass sie in der Startphase von den universitären Rahmenbedingungen und Netzwerken profitieren können und beim Aufbau des Unternehmens nicht auf sich allein gestellt sind. Die Nano-Entrepreneurship-Academien schaffen für die Forscherinnen zudem einen Rahmen, um mögliche Mitstreiterinnen kennenzulernen, mit denen sie eine gemeinsame Geschäftsidee entwickeln können. Und unser bundesweites Unterstützungsnetzwerk aus über 100 Partnerinnen und Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Beratung und Politik ermöglicht eine optimale Begleitung und Betreuung von Geschäftsvorhaben und dem persönlichen nachhaltigen Kompetenzaufbau der Forscherinnen“, so NEnA-Projektleiter Prof. Dr. Ralf B. Wehrspohn.

Professionelle Hilfe bei Vorbereitung und Finanzierung
Obwohl das nevis-Team von der Beratung anderer Unternehmen lebt, waren die drei Gründer so klug, sich bei der Vorbereitung ihrer Unternehmensgründung nicht allein auf das eigene Fachwissen zu verlassen. „Man sollte wissen, wo die eigenen Grenzen sind. Deshalb haben wir uns im Hinblick auf Finanzen, Versicherungen und steuerliche Fragen selbst von Experten beraten lassen“, sagt Michaela Illmer.

Die Finanzierung stemmen die drei Unternehmer zu gleichen Teilen. „Wir haben alle Eigenkapital eingebracht und sind mit jeweils einem Drittel am Unternehmen beteiligt. Darüber hinaus prüfen wir noch, ob wir aus verschiedenen Wissenschafts- und Existenzgründungsprogrammen Fördergelder in Anspruch nehmen können“, so die Beraterin. Trotz geteiltem Risiko kennt die Jungunternehmerin das mulmige Gefühl, das mit dieser neuen Verantwortung bisweilen einher geht. „Die finanzielle Unsicherheit ist nicht von der Hand zu weisen, und man fragt sich natürlich schon ab und zu, ob das alles auch klappen wird“, sagt sie realistisch, aber ohne übermäßige Ängste.

„Bei den Nano-Entrepreneurship-Academien stehen den Teilnehmerinnen erfahrene Nano-Unternehmerinnen und ausgewiesene Coaches mit ihrem Fachwissen zur Seite, so dass die Wissenschaftlerinnen aus erster Hand erfahren, welche Aspekte sie bei einer Unternehmensgründung bedenken sollten. Ein Überblick über öffentliche Förderprogramme erleichtert es den gründungsinteressierten Forscherinnen darüber hinaus, die Finanzierung ihrer Geschäftsideen anzugehen. Kooperationen mit Investoren, Finanzierungsprogrammen u.a. bieten wertvolle Brücken in die eigene Unternehmensgründung“, so NEnA-Koordinatorin Ilka Bickmann.

Michaela Illmer ist, was den Start von nevis angeht, sehr zuversichtlich. „Unsere Planungen sehen vor, dass wir kontinuierlich expandieren und bis 2011 zwei bis drei Mitarbeiter einstellen“, sagt sie voller Elan. Der Erfüllung ihres Unternehmerinnentraums steht nichts mehr im Wege: „Mich hat schon immer die Vorstellung gereizt, selbst mitbestimmen und gestalten zu können. Mit nevis habe ich nun die Chance, genau das zu tun.“

Zur Unternehmenswebsite: www.nevis-beratung.de